
Verena Maria Bauer (Pfeffer); Katharina Hintzen (Lebkuchenmann); Gregor Trakis (Herr von Kuckuck) und Steffen Weixler (Salz) | Foto: Martin Kaufhold
Bis zum Advent ist es noch etwas hin, aber im Staatstheater hat er schon am 12.11 angefangen … Da ist schon der Lebkuchenmann premierenreif aufgetaucht. Das Familienstück mit Musik für Kinder ab 6 Jahren von David Wood hat in der Inszenierung von Patrizia Benecke Klein und Groß verzaubert.
Elisabeth Vogetseder hat die Bühne in ein überdimensionales Küchenregal verzaubert. Eine riesige Teekanne, in der der Alte Teebeutel lebt, ein enormer Teigroller sowie Tassen und Gewürzdosen. Das perfekte Ambiente für Herrn Salz und Frau Pfeffer, die lieb und brav (sozusagen) im Regal ruhen. Von Ruhe kann allerdings nicht die Rede sein, da es in der Küche eine Kuckucksuhr gibt, die jede Stunde pünktlich schlägt.
Allerdings passiert nachts etwas Magisches: Wenn die Großen schlafen, geht im Regal die Party ab. Madame Pfeffer (Verena Maria Bauer) möchte Tanzen und Action, während Herr Salz (Steffen Weixler) sich nach seiner Befüllung mit Meeressalz sich als Seemann interpretiert. Herr Kuckuck (Georg Trakis) leidet allerding unter Stimmbeschwerden, da das laute Kukucken seine Stimmbänder reizt. Er befürchtet, dass die Großen ihn so entsorgen werden. Die Großen scheinen alles wegzuwerfen, dass irgendwie einen Defekt hat. Das stimmt alle sehr traurig. Wer hat die Lösung? Der Lebkuchenmann (Katharina Hintzen): Sich auf das höhere Regal wagen, und dort Honig zu holen. Hier begegnet der Lebkuchenmann dem Alten Teebeutel (Gaby Pochert) die nicht so sehr auf Menschenkontakt zu stehen scheint. Aber die Rettung von Herrn Kuckuck steht in Gefahr: Die Großen haben, um sich der Mays (Anna Jörgens) zu entledigen, Gift verstreut und das ist im Honig gelandet. Aber auch hier hat der Lebkuchenmann eine Lösung: Den Alten Teebeutel fragen seine Heilkräuter anzuwenden.
Nun findet doch alles sein Happy End, sogar für den Lebkuchenmann, der einfach zu süß zum Fressen ist.
Obwohl die Kinder im Publikum großen Spass hatten (auch dank der zahlreichen Interaktionen), hat das Stück auch eine Moral für Erwachsene übrig: Kontakte zu pflegen ist eine Kommunikation und kann nicht einseitig passieren und- wichtiger- Entscheidungen sollten nicht hastig getroffen werden. Wenn mal etwas nicht klappt, oder etwas kaputt ist, einfach nach einer Lösung suchen und nicht einfach den schnelleren einfacheren Weg suchen, um Probleme zu vermeiden.
Elisa Cutullè